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Neues Standardwerk?
• • • • • (bewertet mit 3 von 5 Punkten)
Rezension bezieht sich auf: Pflegeinformatik (Taschenbuch) Es handelt sich um die Übersetzung des Standardwerkes „Introduction to Nursing Informatics“ von Hannah, Ball, und Edwards (1. Auflage 1994, 2. Auflage 1998), welches um einige aktuelle Kapitel zur Pflegeinformatik in Deutschland ergänzt wurde. Das Buch besteht aus 25 Kapiteln, welche in vier Teile gegliedert sind, sowie einem ausführlichen Service-Teil. Eine Stärke des Buches liegt sicherlich in der Kompetenz der Herausgeber, in der Breite an Themen, in dem umfangreichen Serviceteil, und in der erstmalig an einer Stelle gesammelten kompetenten Darstellung der Entwicklungen der Pflegeinformatik im deutschsprachigen Raum. Einige Dinge sind jedoch überraschend. So findet sich keine explizite Darstellung der Elektronischen Patientenakte. Sie wird zwar in Kapitel 5 kurz vorgestellt, ein Hinweis findet sich aber weder im Inhaltsverzeichnis noch im Stichwortverzeichnis. Alle relevanten Pflegeklassifikationen werden genannt und kurz diskutiert. Leider wird aber nur die ICNP etwas ausführlicher erläutert. Hier ist also der interessierte Leser auf weiterführende Literatur angewiesen. Nahezu jedes Kapitel hat ein umfangreiches Literaturverzeichnis, welches eine Vertiefung der Themen ermöglicht. Allerdings sind diese Referenzen im Teil des Buches, welches auf der Übersetzung des englischen Buches beruht, rein englisch, was dem deutschen Pflegepraktiker einen Zugang erschweren dürfte. Im neuen deutschsprachigen Teil werden außerdem nur relativ wenige Veröffentlichungen zur Pflegeinformatik aus Organen der medizinischen Informatik berücksichtigt. Es überrascht ebenfalls, dass im Serviceteil keine Sammlung von relevanten Internet-Adressen zum Bereich Pflegeinformatik vorhanden ist. Gerade dieser Zugang zu Informationen wäre ja am einfachsten. Neben den vier Herausgebern haben noch 7 weitere Autoren an dem Buch mitgewirkt. Entsprechend heterogen sind teilweise die Kapitel. So findet man absolute Einsteigerkapitel, historische Übersichten, praktische Kapitel mit konkreten Tipps, aber auch eher wissenschaftliche Abhandlungen. Daher scheint das Buch damit weniger zum Durcharbeiten geeignet, sondern vielmehr als Quelle für vertiefende Ausführungen zu den verschiedenen Themen der Pflegeinformatik. Aufgrund der Ergänzungen für den deutschsprachigen Raum finden sich naturgemäß auch Dopplungen, z.B. zwei Kapitel zum Datenschutz, sowie diverse Definitionen von Pflegeinformatik. Insgesamt wird sich dieses Buch aber wohl (wie auch die englische Vorlage) aufgrund der Breite der Darstellung im deutschsprachigen Raum zu einem Standardwerk der Pflegeinformatik entwickeln.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 26. März 2002 | | |
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